Archiv der Kategorie 'Kleinlibellen'

12
Mai
12

Frühe Adonislibelle

Frühe Adonislibelle - Pyrrhosoma nymphula

Frühe Adonislibelle – Pyrrhosoma nymphula


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Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula)

Diese beiden – es handelt sich um die Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula) – haben am 11. Mai 2012 ihrem Paarungsgeschäft auf meiner linken Hand hingegeben. Es ist in diesem Jahr das erste Libellenpärchen, das ich bei der Paarung auf meiner Hand fotografieren konnte. Zuvor konnte ich in diesem Jahr schon vier Einzeltiere auf meinem Finger fotografieren: Eine frisch geschlüpfte Schlanklibelle, vermutlich eine Hufeisen-Azurjungfer (Ceonagrion puella), zwei Blauflügel-Prachtlibellen (Calopteryx virgo) und eine Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes).

Die Begegnung fand am Huber-Weiher statt, einem mittelgroßen, am Waldrand gelegenen, gut gepflegten Anglerteich in Dudweiler/Wilhelmshöhe. Ich sah die beiden in Tandemformation anfliegen und beobachtete, wie sie sich auf einer Grasähre zur Paarung niederließen. Ich machte zunächst drei Fotos, aber weil ich mich zum Fotografieren weit vorbeugen musste, bestand die Gefahr, das Gleichgewicht zu verlieren und in den Teich zu plumpsen. Deshalb wagte ich den Versuch und streckte dem Männchen vorsichtig meinen Zeigefinger entgegen. Erfreulicherweise krabbelte es auf meinen Finger und die beiden setzten ihr Paarungsgeschäft dort fort. Dabei ließen sie sich nicht beirren, so dass ich Hand und Finger drehen konnte (ganz vorsichtig natürlich), um einen passenden Hintergrund und einen geeigneten Fotografierwinkel zu erhalten.

Die Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula) gehört zur Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae) und ist nahezu unverwechselbar. Verwechseln könnte man sie allenfalls mit der Späten Adonislibelle, auch Zarte Rubinjungfer oder Scharlachlibelle genannt (Ceriagrion tenellum; Pyrrhosoma tenellum). Die Frühe Adonislibelle gehört – wie ihr Name schon andeutet – zu den Libellen, die bei uns am frühesten im Jahr fliegen. Schlüpfbeginn ist häufig in den letzten April- und den ersten Maitagen. Die Reifedauer beträgt je nach Witterung 5 bis 16 Tage und die Hauptflugzeit ist Ende Mai bis Mitte Juni. Sie gehört bei uns zu den häufigsten Libellenarten. Die Paarungsdauer beträgt etwa 10 bis 30 Minuten. (Ausführlichere Angaben: Sternberg/Buchwald: Die Libellen Baden Württembergs, Band 1)

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10
Jun
10

Blauflügel-Prachtlibelle

Blauflügel-Prachtlibelle - Calopteryx virgo (m)

Blauflügel-Prachtlibelle - Calopteryx virgo (m)


Libellen – Libellenfotos – Kleinlibellen – Prachtlibellen – Blauflügel-Prachtlibelle – Calopteryx virgo – Insekten – Insektenfotos – Fotos – Bilder – Natur


Blauflügel-Prachtlibelle
Calopteryx virgo
Männchen



Von Träumen und Symbolen
© Martina Decker

Silvia betrat mit klopfendem Herzen das kleine Tattoo-Studio. Sie hatte lange überlegt, ob sie das in ihrem Alter noch machen sollte und war zu dem Schluss gekommen: Jetzt oder nie! Den Wunsch nach einer Tätowierung hegte sie schon seit vielen Jahren, doch erst jetzt, einen Tag nach ihrem fünfzigsten Geburtstag, hatte sie den Mut, es wirklich zu tun.

„Wissen Sie denn schon, welches Motiv Sie möchten? Und wo es hin soll?“, fragte der junge Mann und lächelte sie freundlich an. Da war kein prüfender Blick ob ihres Alters oder ein missbilligender Unterton in seiner Stimme.
„Eine Libelle! Auf die linke Schulter. Ich hab da auch ein Foto …“
Silvia kramte in ihrer großen Handtasche. Die Blauflügel-Prachtlibelle hatte sie im Internet entdeckt und war sofort begeistert gewesen. Der schlanke Leib schillerte blau-türkis wie das Wasser in der Karibik; die prächtigen Flügel waren in unterschiedlichen Blautönen schattiert und schwungvoll geadert.

Der junge Mann nahm das Foto in die Hand und betrachtete es lange.
„Können Sie das so machen?“, fragte Silvia und überlegte schon, wie sie reagieren würde, wenn er jetzt „Nein“ sagen würde.
Natürlich hatte sie sich auch andere Motive angesehen – das Internet war voll davon. Aber Ornamente und japanische Schriftzeichen waren keine Alternative, weil einfach nicht ihr Stil, Blumen und Schmetterlinge nach ihrem Dafürhalten eher etwas für junge Frauen. Vor allem aber gefiel Silvia die Symbolik der Libelle. Sie kombinierte Zerbrechlichkeit und innere Kraft, aber auch Unsterblichkeit und Wiedergeburt, Leichtigkeit, Leichtsinn, Anmut und Geschwindigkeit. Da war so viel von ihrem Leben drin, ihrem Charakter, ihrer Lebensart!

Silvia war zierlich und klein. Die Männer in ihrem Leben hatten immer versucht, sie zu beschützen und sogar ihre Eltern meinten lange, das raue, wahre Leben von ihr fernhalten zu müssen. Leichtsinnig sein durfte sie nie. „Das ist viel zu gefährlich!“ waren die Worte, die sie in ihrer Kindheit stets begleiteten. Oder auch „das schickt sich nicht für ein Mädchen!“ Brav musste sie sein und anmutig, auf dem Weg zum Kaufmann ebenso wie in der Ballettstunde. Erst viel später erfuhr sie, wie angenehm ein wenig Leichtigkeit im Leben und auch im Umgang mit sich selbst sein konnte. Damals spürte sie auch zum ersten Mal diese innere Kraft, von der sie dachte, dass sie sie gar nicht besäße. Sie hatte diesen Zettel gefunden in seiner Jackentasche. „…in Liebe Patricia!“

Ohne zu zerbrechen, stand sie alles, was danach kam, durch. Und sie begann, sich Gedanken um ihr eigenes Leben zu machen. Was sie wollte – was sie konnte!
Silvia begann zu überlegen, was von ihr bleiben würde nach ihrem Tod. Gab es etwas, dass es wert war, sich an sie zu erinnern? Sie wollte nicht einfach in der Unendlichkeit verschwinden. Würde ihre Seele wiedergeboren werden?

Antworten auf diese Fragen zu finden, das trieb sie an und brachte sie sich selbst immer wieder ein Stückchen näher. Sie versuchte nicht länger, eine andere zu sein und es allen recht zu machen; sie fand Freude daran, zart und anmutig sein und verhüllte ihren Körper nicht länger mit viel zu großen Pullovern. Statt sportlichen Turnschuhen trug sie nun damenhafte Sandaletten und Pumps. Ihr Eintritt in einen Raum wurde mehr und mehr zu einem Auftritt und jeder bewundernde oder auch neidische Blick der Anwesenden stärkte ihr Selbstbewusstsein.
„Nein“, dachte sie, „wenn er mir nicht diese Libelle stechen kann, will ich gar kein Tattoo.“

„Kein Problem!“ Der junge Mann deutete mit der Hand auf einen Stuhl gegenüber. „Nehmen Sie doch einen Moment Platz. Ich werde eine Vorlage erstellen. Dauert aber nicht lange.“
Verstohlen beobachtete sie, wie der Mann sich an die Arbeit machte.
Schon kurz darauf kam er wieder auf sie zu. „Ist das so in Ordnung?“
Silvia schaute staunend auf das Papier. „Wunderbar …“
„Dann wollen wir mal … In Farbe wird es nachher natürlich noch viel besser sein!“

Einige Tage später betrachtete Silvia mehr als zufrieden das Tattoo. Die Schutzfolie war ab, alles gut verheilt. Die Farben leuchteten und schillerten getreu dem Vorbild.
Ja, fast hätte man meinen können, die Libelle ruhe sich nur für einen kurzen Augenblick auf ihrer Schulter aus. Gleich würde sie wieder aufsteigen und zurück zum Teich schwirren um zu jagen.

Silvia griff nach dem neuen Bustiertop und streifte es über. Heute Abend traf sie sich mit Freunden. Und heute Abend wurde sie das erste Mal ihr Tatoo zeigen. Lisa, ihre beste Freundin seit Kindertagen, würde ihr wahrscheinlich einen entrüsteten Vortrag halten. Sie führte ein spießiges Leben und tat niemals etwas, mit dem sie auffiel.
Heide würde eher mitleidig lächeln. „Arme Silvia! Hast du die Trennung von Robert immer noch nicht verwunden?“
Und Richard, Heides Mann würde wieder etwas faseln von „gewaltsam einen auf jung machen“ oder so.
Aber das war ihr egal. Sollten sie doch reden und denken was sie wollten. Aber schön wäre es, wenn das Tattoo Jürgen gefiele. Seit einiger Zeit flirtete er bei jeder Gelegenheit mit ihr. Er sah blendend aus und in ihren Gesprächen hatten sie schon viele Gemeinsamkeiten entdeckt. Trotzdem hatte sie seine Annäherungen bisher abgelehnt, aber mittlerweile spürte sie eine wachsende Zuneigung zu diesem Mann.

Sorgfältig zog Silvia ihre Lippen nach. Das Leben war noch lange nicht vorbei. Es würde noch so manche Überraschung für sie bereithalten. Und sie war bereit, sich darauf einzulassen.


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Das Foto entstand am 10. Juni 2010 auf der Sulzbachtalaue in Dudweiler am Ufer des Sulzbachs.
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02
Jun
10

Libellen-Blog

Große Pechlibelle – Ischnura elegans

Große Pechlibelle – Ischnura elegans


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Libellen – Ein Blog für eine faszinierende Tierart
Odonata

Libellen sind faszinierende Tiere … Ich finde sie so faszinierend, dass ich ihnen einen eigenen Blog widme. Der Blog soll in erster Linie das Auge erfreuen. Darüber hinaus soll er auch Informationen liefern und Unterhaltendes bieten.

Meine allerersten Libellenfotos habe ich am 19. Mai 2009 gemacht. Neben der katholischen Kirche St. Marien in Dudweiler steht das Pfarrhaus und davor befindet sich ein winzig kleiner Teich. Dort entdeckte ich am 19. Mai 2009 zahlreiche Paare bei der Eiablage. Wie ich mittlerweile weiß, handelte es sich um Hufeisen-Azurjungfern (Coenagrion puella) und wie es für diese Art typisch ist, hatten hielten die Männchen die Weibchen auch während der Eiablage hinter dem Kopf am sogenannten Pronotum fest (Näheres dazu in einem eigenen Blogbeitrag).

Die ersten Fotos waren grottenschlecht, zum einen weil die Distanz viel zu groß war und zum anderen weil die Eiablage an einem Wurzelgeflecht erfolgte, das einen sehr schmuddeligen Eindruck machte. In der Zwischenzeit sind einige Hundert Libellenfotos hinzugekommen und die Qualität hat sich – wie dieser Blog zeigt – deutlich gesteigert.

Wenn man schöne Libellenfotos macht, möchte man auch Näheres über diese Tiere wissen. Zunächst habe ich mich mit zwei allgemeinen Tierführern begnügt, nämlich Wilfried Stichmann: Der große Kosmos-Naturführer. Tiere und Pflanzen sowie Heiko Bellmann: Der große Kosmos Tierführer. Da diese beiden Bücher für eine genauere Bestimmung nicht ausreichen, habe ich vor Kurzem Heiko Bellmann: Der Kosmos Libellenführer angeschafft. Meine äußerst bescheidenen Libellenkenntnisse verdanke ich im Wesentlichen diesen Büchern sowie einschlägigen Artikeln auf Wikipedia.

Da ich alles anderes als ein Libellenexperte bin, werden sich sicherlich gelegentlich Fehler einschleichen. Vielleicht schaut ja hin und wieder mal ein Libellenkenner hier rein – dann wäre ich für jeden Hinweis dankbar.

Zur Einordnung der Libellen in das zoologische Klassifikationssystem:
Systematik nach Wikipedia
Stamm Gliederfüßler (Arthropoda)
Unterstamm Tracheentiere (Tracheata)
Überklasse Sechsfüßler (Hexapoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Unterklasse Fluginsekten (Pterygota)
Ordnung Libellen (Odonata)

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Das Foto entstand heute, 02. Juni 2010, am Rand des kleinen Teiches im Wiesenfeld in Dudweiler. Es zeigt Große Pechlibellen (Ischnura elegans) bei der Paarung. Ein Teil des Paarungsaktes spielte sich auf meiner linken Hand ab.
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