31
Jul
12

Spiegelbilder

Becher-Azurjungfer - Exuvie und Emergenz

Becher-Azurjungfer – Exuvie und Emergenz

Libellen – Kleinlibellen – Azurjungfern – Becher-Azurjungfer – Enallagma cyathigerum – Pechlibellen – Große Pechlibelle – Ischnura elegans – Kleine Pechlibelle – Ischnura pumilio – Exuvie – Schlupf – Emergenz – Bergehalde Lydia

Dreifach-Spiegelung

Becher-Azurjunfgern (Enallagma cyatigerum) gibt es auf der Bergehalde Lydia sehr häufig. Am westlichen unteren Himmelsspiegel sind die wohl die häufigste Libellenart überhaupt.

Becher-Azurjunfgern (Enallagma cyatigerum kann man an ihrem Verhalten relativ leicht von anderen sehr ähnlich aussehenden Azurjungfern unterscheiden. Die kleinen blauen Stäbchen (Männchen) fliegen oft ganz flach und ganz niedrig über der Wasseroberfläche, dabei fliegen sie relativ weit raus und sie lieben es, sich auf Halme zu setzen, die nur wenige Zentimeter mehr oder weniger senkrecht aus dem Wasser herausragen. Dabei sitzen sie meist an der Halmspitze und die Körperhaltung ist waagerecht.

Wenn die Lichtverhältnisse gut sind und wenn man selbst die richtige Position einnimmt, dann kann man die ruhende Libelle samt Spiegelbild im Wasser sehen. Und mit etwas Glück kriegt man ein schönes Spiegelfoto hin.

Heute ist mir ein solches Spiegelfoto gelungen. Etwas weniger schön ist die Tatsache, dass es sich hier nicht wie meist üblich um einen kurzen, dünnen Halm handelt, sondern um ein recht verrottetes Rohrkolbenblatt. Das beeinträchtigt die Ästhetik erheblich.

Trotzdem ist das für mich ein außergewöhnliches Foto. Das Außergewöhnliche habe ich erst beim dritten Anschauen zu Hause am Computer bemerkt. Auf dem Foto ist nämlich nicht nur eine Hufeisen-Azurjunfger mit ihrem Spiegelbild zu sehen – etwas weiter unterhalb sehen wir außerdem noch eine frisch geschlüpfte Kleinlibelle und eine Exuvie. Die Libelle hat offenkundig ihren Schlupfvorgang gerade erst beendet und Exuvie ist mit großer Wahrscheinlichkeit ihre eigene Larvenhülle. Die Exuvie und die frisch geschlüpfte Libelle hatte ich beim Fotografieren gar nicht bemerkt und wie gesagt zu Hause erst beim dritten Betrachten entdeckt.

Um welche Art es sich bei der frisch geschlüpften Libelle handelt, kann ich nicht sagen.
Womöglich ist es eine Kleine Pechlibelle (Ischnura pumilio) ist, denn heute habe ich dort mehrere Kleine Pechlibellen gesehen. Das waren übrigens die ersten Exemplare in diesem Jahr, von denen ich definitiv sagen kann, dass es Kleine Pechlibellen (Ischnura pumilio) waren und nicht die allgegenwärtigen Großen Pechlibellen (Ischnura elegans). Einige waren anhand der orangenen Färbung leicht als sehr junge Pumilio-Weibchen identifizierbar.

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07
Jul
12

Große Heidelibelle

Große Heidelibelle - Sympetrum striolatum

Große Heidelibelle – Sympetrum striolatum

Libellen – Heidelibellen – Große Heidelibelle – Sympetrum striolatum – Frühe Heidelibelle – Sympetrum fonscolombii – Großlibellen – Bergehalde Lydia – Himmelsspiegel – Massenschlupf – Exuvien – Libellenschlupf – Emergenz – Libellenfotos – Libellenfotografie – Libellenbilder

Schlupftag

Der 3. Juli 2012, ein Dienstag, war ein bemerkenswerter Libellentag.
Am Tag zuvor war es schweinekalt. Am Dienstag wurde es deutlich wärmer, aber alles andere als heiß. Weil es so schön war, besuchte ich die Bergehalde Lydia, um nach Libellen Ausschau zu halten. Zielgerichtet steuerte ich den Himmelsspiegel an, der im Lageplan die Nummer 4 trägt, da dieser unter den drei oberen Himmelsspiegeln der einzige ist, an dem viele Libellen anzutreffen sind.
Kaum angekommen sah ich im Schilf eine Heidelibelle. Anhand des eigentümlichen Schimmers der Flügel war zu erkennen, dass das Tier erst vor kurzer Zeit geschlüpft war. Als ich es fotografierte, flogen in unmittelbare Nähe drei oder vier weitere gelbe Heidelibellen mit schimmernden Flügeln auf. Und dann ging es Schlag auf Schlag: Wo ich auch hinsah, überall waren frisch geschlüpfte Heidelibellen. Es waren definitiv weit mehr als fünfzig Exemplare, vermutlich weit mehr als hundert. Eine solche Fülle von Großlibellen habe ich noch nie angetroffen. Einige habe ich aus allernächster Nähe fotografiert und schon beim Fotografieren konnte ich anhand der gelben Streifen auf den Hinterbeinen erkennen, dass es sich um die Große Heidelibelle (Sympetrum striolatum) handelte.
Das waren die ersten Großen Heidelibellen, die mir im Jahr 2012 begegnet sind (zumindest die ersten Libellen, die ich eindeutig als Sympetrum striolatum identifizieren konnte). Im Juni hatte ich auf der Halde Lydia zwar schon zahlreiche Heidelibellen beobachtet und fotografiert, aber es handelte sich stets um die Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii).

Zu erwähnen ist noch, dass ich an diesem Himmelsspiegel (Nr. 4) auch eine frisch geschlüpfte Plattbauch-Dame (Libellula depressa aus nächster Nähe fotografieren konnte und dass ich an den unteren Himmelsspiegeln (Lageplan Nr. 6) Aberdutzende Exuvien gefunden habe, die offenbar von Heidelibellen stammen. Hier habe ich zwar auch ein paar frisch geschlüpfte Heidelibellen gesehen, aber es waren wenig mehr als eine Handvoll. Da an den unteren Himmelsspiegeln der Bewuchs noch sehr spärlich ist, hatten sich die allermeisten Tiere wohl schon längst in das zwanzig, dreißig Meter entfernte Heckengelände zurückgezogen.

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Das Foto zeigt eine Große Heidelibelle (Sympetrum striolatum) auf meinem Finger. Ich hatte dem Tier vorsichtig einen Finger entgegengehalten und es krabbelte aus freien Stücken darauf. Dort fühlte es sich offenbar sehr wohl und so konnte ich es aus nächster Nähe fotografieren. Ich habe dieses Foto ausgewählt, weil man gut erkennt, dass es sich um ein sehr junges Exemplar von Sympetrum striolatum handelt. Man erkennt den charakteristischen Flügelschimmer und man erkennt, dass es ein Männchen ist. Ausgewachsene Männchen sind rot und nur in ihrer Reifezeit sind sie gelb.

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07
Jul
12

Blaue Federlibelle

Blaue Federlibelle - Platycnemis pennipes

Blaue Federlibelle – Platycnemis pennipes

Libellen – Juni 2012 – Libellenfotos – Libellenbilder – Libellenarten – Saarland – Saarlandwetter – Wetter – Juni-Wetter – Wetterstatistik – Großlibellen – Kleinlibellen – Blaue Federlibelle – Platycnemis pennipes – Dudweiler – Bergehalde Lydia – Huber-Weiher

Libellen im Juni 2012

Der Juni 2012 war kein besonders guter Monat im Hinblick auf Libellen. Insgesamt war der Juni zu kalt, zu nass und viel zu dunkel, also gar keine guten Bedingungen für Libellen.

Mein subjektiver Eindruck wird durch die offizielle Wetterstatistik bestätigt. Laut Deutschem Wetterdienst lag die Junitemperatur mit 15,5 Grad zwar nur minimal unter dem langjährigen Mittelwert von 15,6 Grad, aber in den letzten Jahren hatten wir zum Teil deutlich höhere Junitemperaturen. Mit einer Niederschlagsmenge von 110 Litern pro Quadratmeter (das langjährige Juni-Mittel liegt bei 80 Litern) gehörte das Saarland „zu den eher nassen Bundesländern“ und die Sonnenstunden lagen mit 140 weit unter dem langjährigen Mittel von 204 Stunden.

Libellen habe ich im Juni an den folgenden Orten angetroffen
Huber-Weiher in Dudweiler/Jägersfreude
Sulzbachtalaue Dudweiler bis Wilhelmshöhe
Bergehalde Lydia
Teich im Wiesengrund
Tierbachweiher
Stadtpark Dudweiler
Den Stadtpark und den Tierbachweiher habe ich nur einmal besucht, am Huber-Weiher und auf der Sulzbachtalaue war ich des Öfteren unterwegs, auf der Halde Lydia dreimal. Der Teich im Wiesengrund – in den vergangenen Jahren einer meiner bevorzugten Orte – ist leider derart zugewuchert, dass er ziemlich unattraktiv geworden ist.

Insgesamt habe ich im Juni die folgenden Libellenarten beobachtet (mit Ausnahme der Prachtlibellen konnte ich auch alle Arten fotografieren):

Kleinlibellen
Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes)
Große Pechlibelle (Ischnura elegans)
Hufeisen-Azurjungfer (Coenagrion puella)
Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula)
Becher-Azurjungfer (Enallagma cyathigerum)
Blauflügel-Prachtlibelle (Calopteryx virgo)
Gebänderte Prachtlibelle (Calopteryx splendens)

Großlibellen
Vierfleck (Libellula quadrimaculata)
Spitzenfleck (Libellula fulva)
Plattbauch (Libellula depressa)
Großer Blaupfeil (Orthetrum cancellatum)
Frühe Heidelibelle (Sympetrum fonscolombii)
Große Königslibelle (Anax imperator)
Gemeine Smaragdlibelle (Cordulia aenea)

Besonders zu erwähnen:
Den Plattbauch (Libellula depressa) habe ich im Vergleich zu den vergangen Jahren auffallend selten angetroffen. Das gilt insbesondere für den Teich im Wiesengrund. Dort war der Plattbauch in den letzten Jahren sehr häufig. Vermutlich ist der Teich nun aber gerade für den Plattbauch sehr unattraktiv, weil ringsum alles zugewuchert ist.
Die Gemeine Smaragdlibelle (Cordulia aenea) ist sogar an dem Mini-Teich im Dudweiler Stadtpark heimisch und – was mich ganz besonders freut – dort konnte ich sogar ein einzelnes Männchen fotografieren.

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Das Foto zeigt eine noch nicht ganz ausgereifte Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes, die am 1. Juni 2012 auf der Wiese am Rande des Huber-Weihers auf einer Hahnenfußblüte Rast machte.
Die Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes findet man am Huber-Weiher zu Hunderten und Aberhunderten und sie ist die Libelle, die ich im Juni mit Abstand am häufigsten angetroffen habe.

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26
Mai
12

Gemeine Smaragdlibelle

Gemeine Smaragdlibelle - Cordulia aenea

Gemeine Smaragdlibelle – Cordulia aenea

Libellen – Großlibellen – Falkenlibellen – Corduliidae – Gemeine Smaragdlibelle – Cordulia aenea – Downy Emerald – Libellenfotos – Naturfotografie – Paarung – Kopula
 

Gemeine Smaragdlibelle – Cordulia aenea

Der 22. Mai 2012 bescherte mir eine Libellenbegegnung der besonderen Art. Ich war mal wieder am Huber-Weiher, dem Anglerteich in Dudweiler/Wilhelmshöhe, unterwegs, vor allem um Libellen zu fotografieren. Als ich den Teich einmal umrundet hatte, machte ich einen Abstecher über die unmittelbar angrenzende von Hecken und Bäumen umgrenzte Wiese. Dort wollte ich nach Schmetterlingen Ausschau halten. Merkwürdigerweise konnte ich trotz des schönen Wetters keinen einzigen Schmetterling entdecken. Stattdessen traf ich dort – wie üblich – Blaue Federlibellen (Platycnemis pennipes) in großer Zahl an, die sich gerne etwas abseits von Gewässern aufhalten. Als ich gerade eine Blutzikade (Cercopis vulnerata) fotografieren wollte, sah ich etwas Merkwürdiges, Großes, Dunkles über mich hinwegfliegen. Ich erkannte sofort, dass es sich um ein Libellenpaar im Paarungsflug handelte und aufgrund der Größe und der Färbung (und Jahreszeit und den am Huber-Weiher vorkommenden Arten) konnte es sich eigentlich nur um Falkenlibellen (Familie Corduliidae) handeln.
Falkenlibellen haben die – für einen Fotografen unangenehme – Eigenart, dass sie unentwegt am Uferrand über das Gewässer hin und her patrouillieren und dass man sie so gut wie nie in Ruheposition entdeckt. Ich habe zwar schon einige Male versucht, Falkenlibellen im Flug zu fotografieren, aber ein ordentliches Foto ist mir nie gelungen.
Umso größer war die Freude, als sich das Paar – gerade noch in Sichtweite – an einem vertrockneten Pflanzenstängel am Waldrand niederließ. Ich näherte mich vorsichtig und machte zunächst aus drei, vier Metern Entfernung einige Fotos in der Hoffnung, damit die Art bestimmen zu können. Dann kam ich vorsichtig immer näher und näher heran. Erfreulicherweise ließen sich die beiden überhaupt nicht stören und ich konnte aus allernächster Nähe mehrere Dutzend Fotos machen. Erst nach fünf Minuten flogen die beiden – immer noch im Paarungsrad – auf und davon.
Mit Hilfe des ausgezeichneten Libellen-Bestimmungsbuches von Dijkstra und Lewington „Field Guide to the Dragonflies of Britain and Europe“ war es ein Leichtes, die Art zu bestimmen. Anhand der orangebraunen Färbung der Flügelbasis (Flügelbasis = Bereich wo der Flügel am Brustsegment ansetzt) und dem weißen, silbrig glänzenden Fleck auf der Unterseite des 3. Hinterleibssegments des Weibchens ist klar, dass es sich um die Gemeine Smaragdlibelle (Cordulia aenea) handelt.

Noch ein paar Hinweise zum wissenschaftlichen Namen (Quelle: Sternberg und Buchwald (Hrsg.) Die Libellen Baden-Württembergs. Band 2, S. 209):
Cordulia von „kordyleia“ (gr.) = die Keulige; nach der Form des Hinterleibs, vor allem beim Männchen
aenea von „aeneus“ (lat.) = aus Bronze, ehern; wegen des bronzefarbenen Körpers, vor allem der älteren Tiere. Der Artname aenea ist viersilbig auszusprechen mit Betonung auf der zweiten Silbe: a-e-ne-a.

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12
Mai
12

Frühe Adonislibelle

Frühe Adonislibelle - Pyrrhosoma nymphula

Frühe Adonislibelle – Pyrrhosoma nymphula


Libellen – Kleinlibellen – Schlanklibellen – Frühe Adonislibelle – Pyrrhosoma nymphula – Paarung – Kopulation – Libellenfotos – Insekten – Insektenfotos – Tierfotos Tierfotografie – Makrofotografie

 

Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula)

Diese beiden – es handelt sich um die Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula) – haben am 11. Mai 2012 ihrem Paarungsgeschäft auf meiner linken Hand hingegeben. Es ist in diesem Jahr das erste Libellenpärchen, das ich bei der Paarung auf meiner Hand fotografieren konnte. Zuvor konnte ich in diesem Jahr schon vier Einzeltiere auf meinem Finger fotografieren: Eine frisch geschlüpfte Schlanklibelle, vermutlich eine Hufeisen-Azurjungfer (Ceonagrion puella), zwei Blauflügel-Prachtlibellen (Calopteryx virgo) und eine Blaue Federlibelle (Platycnemis pennipes).

Die Begegnung fand am Huber-Weiher statt, einem mittelgroßen, am Waldrand gelegenen, gut gepflegten Anglerteich in Dudweiler/Wilhelmshöhe. Ich sah die beiden in Tandemformation anfliegen und beobachtete, wie sie sich auf einer Grasähre zur Paarung niederließen. Ich machte zunächst drei Fotos, aber weil ich mich zum Fotografieren weit vorbeugen musste, bestand die Gefahr, das Gleichgewicht zu verlieren und in den Teich zu plumpsen. Deshalb wagte ich den Versuch und streckte dem Männchen vorsichtig meinen Zeigefinger entgegen. Erfreulicherweise krabbelte es auf meinen Finger und die beiden setzten ihr Paarungsgeschäft dort fort. Dabei ließen sie sich nicht beirren, so dass ich Hand und Finger drehen konnte (ganz vorsichtig natürlich), um einen passenden Hintergrund und einen geeigneten Fotografierwinkel zu erhalten.

Die Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula) gehört zur Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae) und ist nahezu unverwechselbar. Verwechseln könnte man sie allenfalls mit der Späten Adonislibelle, auch Zarte Rubinjungfer oder Scharlachlibelle genannt (Ceriagrion tenellum; Pyrrhosoma tenellum). Die Frühe Adonislibelle gehört – wie ihr Name schon andeutet – zu den Libellen, die bei uns am frühesten im Jahr fliegen. Schlüpfbeginn ist häufig in den letzten April- und den ersten Maitagen. Die Reifedauer beträgt je nach Witterung 5 bis 16 Tage und die Hauptflugzeit ist Ende Mai bis Mitte Juni. Sie gehört bei uns zu den häufigsten Libellenarten. Die Paarungsdauer beträgt etwa 10 bis 30 Minuten. (Ausführlichere Angaben: Sternberg/Buchwald: Die Libellen Baden Württembergs, Band 1)

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08
Apr
11

Spitzenfleck Libellula fulva

Spitzenfleck - Libellula fulva

Spitzenfleck - Libellula fulva

Libellen – Großlibellen – Segellibellen – Spitzenfleck – Libellula fulva – Saarland – Bergehalde Lydia – Libellenfotos – Fotografie – Naturfotografie – Insekten

Spitzenfleck – Libellula fulva, Müller, 1764

Wir haben Anfang April. Um diese Zeit denkt man nicht unbedingt an Libellen, schon gar nicht an Großlibellen. Die meisten Libellenarten tauchen erst im Mai oder später auf. Umso erstaunlicher ist die folgende Begegnung.

Am 06. April 2011 besuchte ich die Bergehalde Lydia. Die Halde Lydia liegt nördlich von Saarbrücken zwischen Dudweiler im Osten und Fischbach im Westen. Sie ist ein gigantischer Schutthaufen aus Abraummaterial des Steinkohlebergbaus und eine der Attraktionen des Haldenrundwegs Saar.

Beim Aufstieg zur Halde entdeckte ich zu meiner großen Überraschung die abgebildete Libelle. Mit Hilfe des hervorragenden Libellenbestimmungsbuchs von Dijkstra und Lewington konnte ich sie als Spitzenfleck (Libellula fulva) identifizieren. Meine Vermutung, dass es sich um ein junges Männchen handelt, wurde im Libellenforum bestätigt. Ausgewachsene Männchen ähneln dem Plattbauch (Libellula depressa) oder einem Blaupfeil (Orthetrum), denn ihr Hinterleib ist kräftig hellblau und die schwarzen Rückenstreifen auf den mittleren Hinterleibssegmenten sind verschwunden. Erfreulicherweise sind bei Dijkstra und Lewington die Jugend- und die Erwachsenenform des Männchens nebeneinander abgebildet.

Meine Begegnung mit dem Spitzenfleck ist in aus verschiedenen Gründen bemerkenswert.

Sie fand, wie gesagt, am 06. April statt. In dem umfangreichen Nachschlagewerk Die Libellen Baden-Württembergs, Band 2 ist zu lesen: „Schlüpfbeginn von L. fulva ist normalerweise Anfang Mai, in warmen Jahren bereits Ende April … Hauptschlüpfzeit ist Mitte bis Ende Mai“ (Seite 450). Da habe ich also ein extrem frühes Exemplar erwischt!

Auch der Fundort ist ungewöhnlich. In Die Libellen Baden-Württembergs, Band 2 steht: „L. fulva ist eine Charakterart der Auen von Tieflandflüssen … Die Art besiedelt stehende und mehr oder weniger langsam fließende Gewässer. Sie wird an sonnigen Kleinseen, größeren Teichen und Weihern, sauren Niedermooren und – selten – an Kiesgrubengewässern gefunden. Weiterhin kommt sie an Altwassern, Wiesenbächen, Gräben, Kanälen, Flüßchen und Seeausflüssen mit reicher Ufervegetation vor“ (S. 451). All dies passt gar nicht auf die Bergehalde Lydia. Allerdings wurden „Subadulte Imagines“ (hierum handelt es sich bei meinem Exemplar) „gelegentlich auch abseits von Gewässern auf Waldwegen und -lichtungen … beobachtet“ (S.452).

Insgesamt ist Libellula fulva bei uns recht selten. In der Roten Liste der Libellen des Saarlandes wird sie in der Stufe „G – Gefährdung anzunehmen“ aufgeführt.

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01
Aug
10

Orthetrum

Südlicher Blaupfeil - Orthetrum brunneum (w)

Südlicher Blaupfeil - Orthetrum brunneum(w)


Libellen – Blaupfeil – Orthetrum – Großer Blaupfeil – Kleiner Blaupfeil – Südlicher Blaupfeil – Östlicher Blaupfeil – Orthetrum cancellatum – Orthetrum coerulescens – Orthetrum brunneum – Orthetrum albistylum – Insekten – Saarland – Libellen Saarland – Libellenfotos – Libellenbilder


Orthetrum, Orthetrum


“Orthetrum, Orthetrum, Orthetrum oder Drei auf einen Streich” – so könnte eine vollständige Überschrift zu diesem Beitrag lauten.

Am Freitag den 30. Juli 2010 konnte ich endlich mal wieder die Bergehalde Lydia besuchen. In den ersten Juli-Wochen war es dafür viel zu heiß, in den letzten Juli-Tagen zu kalt und zu nass. Aber am 30. Juli war das Wetter in Ordnung.

Insgesamt habe ich zwar wesentlich weniger Libellen angetroffen, als erwartet, aber letztlich erwies sich der Besuch doch als voller Erfolg – und das dank Orthetrum, Orthetrum, Orthetrum.

Am Abflussgraben um die Unteren Himmelsspiegel (Nr. 6 auf der Standortkarte) konnte ich mit ein wenig Geduld einen Blaupfeil fotografieren. Das Tier hatte sich – wie das Blaupfeile gerne tun – auf dem Gewimmel der kleinen Steine niedergelassen. Bei meinen ersten Annäherungsversuchen flog es sofort auf, patrouillierte über dem Graben hin und her und setzte sich an derselben Stelle wieder hin. Also legte ich mich nahe dieser Stelle auf den Bauch und wartete, bis der Gute (es war eindeutig ein Männchen) Platz nahm und sich ablichten ließ.

Wenig später sah ich ein merkwürdiges Gebilde über einen der Unteren Himmelsspiegel fliegen. Kurz darauf landete es auf dem Steinchengeröll am Ufer. Schon im Sucher war zu erkennen, dass es sich um Blaupfeile bei der Paarung handelt. Ein paar Aufnahmen gelangen, dann waren die beiden auf und davon.

Auf dem Rückweg zum Bus entdeckte ich am Haldeneingang/Haldenausgang (Spitze des Knicks ganz rechts auf der Standortkarte) eine gelbbraune Großlibelle, die auf dem Boden saß. Da die Speicherkarte des Fotoapparats mittlerweile voll war, löschte ich schnell eine Aufnahme und machte ein Foto. Danach war der Speicher natürlich wieder voll. Also löschte ich schnell noch ein paar Aufnahmen. Als ich damit fertig war, war die Libelle leider verschwunden – Fotografenpech!

Als ich zu Hause mit Hilfe von Dijkstras „Field Guide to the Dragonflies of Britain and Europe“ die Arten bestimmte, war die Freude groß:
* Das erste Exemplar war ein Männchen des Kleinen Blaupfeils (Orthetrum coerulescens).
* Bei dem Pärchen handelte es sich um den Großen Blaupfeil (Orthetrum cancellatum).
* Das Weibchen, das ich ganz zum Schluss fotografierte, war ein Südlicher Blaupfeil (Orthetrum brunneum).
(Meine Artbestimmungen habe ich im Libellenforum bestätigen lassen.)

Insgesamt gibt es in Deutschland nur vier Arten Blaupfeile, nämlich den Großen Blaupfeil (Orthetrum cancellatum), den Kleinen Blaupfeil (Orthetrum coerulescens), den Südlichen Blaupfeil (Orthetrum brunneum)und den Östlichen Blaupfeil (Orthetrum albistylum). Der Östliche Blaupfeil hat aber in Deutschland nur ein winzig kleines Verbreitungsgebiet und er ist im Saarland nicht anzutreffen. Demnach konnte ich am 30. Juli auf der Halde Lydia alle drei Orthetrum-Arten fotografieren, die es im Saarland gibt.

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Das Foto zeigt ein Weibchen des Südlichen Blaupfeils (Orthetrum brunneum). Die Aufnahme entstand am 30. Juli 2010 auf der Bergehalde Lydia; siehe Text.
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09
Jul
10

Libellen beißen nicht

Plattbauch - Libellula depressa

Plattbauch - Libellula depressa


Libellen – Odonata – Insekten – Volksglauben – Aberglaube – Mythologie – Freya – Frigg – Freitag – Christianisierung – Missionare – Verteufelung – Siebenstecher – Wasserjungfern – Augenstecher – Teufelsnadeln – Teufelsbolzen – Freitag der 13. – Räuber – Jäger – Libellenlarven – Larven – Plattbauch – Libellula depressa – Großlibellen


Libellen beißen nicht
Gefährliche Räuber – aber für den Menschen völlig harmlos

Libellen gehören zu den größten Insekten. Innerhalb der Klasse der Insekten (Insecta) gehören sie zur Ordnung der Odonata. „Odonata“ leitet sich vom griechischen Wort für „Zahn“ ab – das klingt gefährlich. Auch die Bezeichnung „Libellen“ hat einen gefährlich klingenden Ursprung: sie geht zurück auf einen Vergleich von Libellenlarven mit dem Hammerhai, der zur Gattung Libella gehört.

Bevor sich die Bezeichnung „Libellen“ durchsetzte, waren Bezeichnungen wie „Wasserjungfern“, „Augenstecher“, „Schleifer“, „Teufelsnadeln“ oder „Teufelsbolzen“ üblich. Abgesehen von „Wasserjungfern“ klingen auch diese Namen sehr gefährlich. Eine Erklärung für die negativen volkstümlichen Namen findet sich auf Wikipedia: In der germanischen Mythologie waren Libellen der Göttin Freya oder Frigg zugeordnet und damit auch heilige Tiere. Der Göttin Freya war auch der Freitag zugeordnet. Im Zuge der Christianisierung wurde die heidnische Mythologie durch Missionare ins Negative verkehrt, der Freitag wurde zum „Unglückstag“ erklärt (Freitag der 13.) und Libellen wurden verteufelt.

Die Furcht vor Libellen leitet sich sicherlich auch von ihrer Größe ab. Wenn schon kleine Insekten äußerst schmerzhaft stechen können, wie gefährlich müssen dann die viel größeren Libellen sein! Auf diese simple Überlegung geht wohl auch der Volksglaube zurück, dass sieben Libellenstiche einen Menschen oder ein Pferd töten können, der in der Bezeichnung „Siebenstecher“ zum Ausdruck kommt.

Tatsächlich sind jedoch Libellen für den Menschen völlig harmlos. Libellen stechen nicht und Libellen beißen nicht. Selbst wenn jemand eine Großlibelle in der Hand gefangen hielte, könnte ihr Biss allenfalls ein leichtes Zwicken verursachen.

Was für den Menschen gilt, gilt jedoch nicht für andere Insekten. Libellen sind zwar für den Menschen völlig harmlos, aber für viele Insekten sind sie äußerst gefährliche Feinde. Libellen – insbesondere auch Libellenlarven – sind unersättliche Räuber, die unentwegt Jagd auf andere Insekten machen und selbst vor Kannibalismus nicht zurückschrecken. Aus der Sicht des Menschen sind Libellen durchaus nützlich, weil sie massenhaftes Auftreten anderer Insekten eindämmen können.

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Das Foto entstand am 30. Juni 2010 auf den Herrensohrer Wiesen in Dudweiler. Es zeigt einen Plattbauch (Libellula depressa).
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10
Jun
10

Blauflügel-Prachtlibelle

Blauflügel-Prachtlibelle - Calopteryx virgo (m)

Blauflügel-Prachtlibelle - Calopteryx virgo (m)


Libellen – Libellenfotos – Kleinlibellen – Prachtlibellen – Blauflügel-Prachtlibelle – Calopteryx virgo – Insekten – Insektenfotos – Fotos – Bilder – Natur


Blauflügel-Prachtlibelle
Calopteryx virgo
Männchen



Von Träumen und Symbolen
© Martina Decker

Silvia betrat mit klopfendem Herzen das kleine Tattoo-Studio. Sie hatte lange überlegt, ob sie das in ihrem Alter noch machen sollte und war zu dem Schluss gekommen: Jetzt oder nie! Den Wunsch nach einer Tätowierung hegte sie schon seit vielen Jahren, doch erst jetzt, einen Tag nach ihrem fünfzigsten Geburtstag, hatte sie den Mut, es wirklich zu tun.

„Wissen Sie denn schon, welches Motiv Sie möchten? Und wo es hin soll?“, fragte der junge Mann und lächelte sie freundlich an. Da war kein prüfender Blick ob ihres Alters oder ein missbilligender Unterton in seiner Stimme.
„Eine Libelle! Auf die linke Schulter. Ich hab da auch ein Foto …“
Silvia kramte in ihrer großen Handtasche. Die Blauflügel-Prachtlibelle hatte sie im Internet entdeckt und war sofort begeistert gewesen. Der schlanke Leib schillerte blau-türkis wie das Wasser in der Karibik; die prächtigen Flügel waren in unterschiedlichen Blautönen schattiert und schwungvoll geadert.

Der junge Mann nahm das Foto in die Hand und betrachtete es lange.
„Können Sie das so machen?“, fragte Silvia und überlegte schon, wie sie reagieren würde, wenn er jetzt „Nein“ sagen würde.
Natürlich hatte sie sich auch andere Motive angesehen – das Internet war voll davon. Aber Ornamente und japanische Schriftzeichen waren keine Alternative, weil einfach nicht ihr Stil, Blumen und Schmetterlinge nach ihrem Dafürhalten eher etwas für junge Frauen. Vor allem aber gefiel Silvia die Symbolik der Libelle. Sie kombinierte Zerbrechlichkeit und innere Kraft, aber auch Unsterblichkeit und Wiedergeburt, Leichtigkeit, Leichtsinn, Anmut und Geschwindigkeit. Da war so viel von ihrem Leben drin, ihrem Charakter, ihrer Lebensart!

Silvia war zierlich und klein. Die Männer in ihrem Leben hatten immer versucht, sie zu beschützen und sogar ihre Eltern meinten lange, das raue, wahre Leben von ihr fernhalten zu müssen. Leichtsinnig sein durfte sie nie. „Das ist viel zu gefährlich!“ waren die Worte, die sie in ihrer Kindheit stets begleiteten. Oder auch „das schickt sich nicht für ein Mädchen!“ Brav musste sie sein und anmutig, auf dem Weg zum Kaufmann ebenso wie in der Ballettstunde. Erst viel später erfuhr sie, wie angenehm ein wenig Leichtigkeit im Leben und auch im Umgang mit sich selbst sein konnte. Damals spürte sie auch zum ersten Mal diese innere Kraft, von der sie dachte, dass sie sie gar nicht besäße. Sie hatte diesen Zettel gefunden in seiner Jackentasche. „…in Liebe Patricia!“

Ohne zu zerbrechen, stand sie alles, was danach kam, durch. Und sie begann, sich Gedanken um ihr eigenes Leben zu machen. Was sie wollte – was sie konnte!
Silvia begann zu überlegen, was von ihr bleiben würde nach ihrem Tod. Gab es etwas, dass es wert war, sich an sie zu erinnern? Sie wollte nicht einfach in der Unendlichkeit verschwinden. Würde ihre Seele wiedergeboren werden?

Antworten auf diese Fragen zu finden, das trieb sie an und brachte sie sich selbst immer wieder ein Stückchen näher. Sie versuchte nicht länger, eine andere zu sein und es allen recht zu machen; sie fand Freude daran, zart und anmutig sein und verhüllte ihren Körper nicht länger mit viel zu großen Pullovern. Statt sportlichen Turnschuhen trug sie nun damenhafte Sandaletten und Pumps. Ihr Eintritt in einen Raum wurde mehr und mehr zu einem Auftritt und jeder bewundernde oder auch neidische Blick der Anwesenden stärkte ihr Selbstbewusstsein.
„Nein“, dachte sie, „wenn er mir nicht diese Libelle stechen kann, will ich gar kein Tattoo.“

„Kein Problem!“ Der junge Mann deutete mit der Hand auf einen Stuhl gegenüber. „Nehmen Sie doch einen Moment Platz. Ich werde eine Vorlage erstellen. Dauert aber nicht lange.“
Verstohlen beobachtete sie, wie der Mann sich an die Arbeit machte.
Schon kurz darauf kam er wieder auf sie zu. „Ist das so in Ordnung?“
Silvia schaute staunend auf das Papier. „Wunderbar …“
„Dann wollen wir mal … In Farbe wird es nachher natürlich noch viel besser sein!“

Einige Tage später betrachtete Silvia mehr als zufrieden das Tattoo. Die Schutzfolie war ab, alles gut verheilt. Die Farben leuchteten und schillerten getreu dem Vorbild.
Ja, fast hätte man meinen können, die Libelle ruhe sich nur für einen kurzen Augenblick auf ihrer Schulter aus. Gleich würde sie wieder aufsteigen und zurück zum Teich schwirren um zu jagen.

Silvia griff nach dem neuen Bustiertop und streifte es über. Heute Abend traf sie sich mit Freunden. Und heute Abend wurde sie das erste Mal ihr Tatoo zeigen. Lisa, ihre beste Freundin seit Kindertagen, würde ihr wahrscheinlich einen entrüsteten Vortrag halten. Sie führte ein spießiges Leben und tat niemals etwas, mit dem sie auffiel.
Heide würde eher mitleidig lächeln. „Arme Silvia! Hast du die Trennung von Robert immer noch nicht verwunden?“
Und Richard, Heides Mann würde wieder etwas faseln von „gewaltsam einen auf jung machen“ oder so.
Aber das war ihr egal. Sollten sie doch reden und denken was sie wollten. Aber schön wäre es, wenn das Tattoo Jürgen gefiele. Seit einiger Zeit flirtete er bei jeder Gelegenheit mit ihr. Er sah blendend aus und in ihren Gesprächen hatten sie schon viele Gemeinsamkeiten entdeckt. Trotzdem hatte sie seine Annäherungen bisher abgelehnt, aber mittlerweile spürte sie eine wachsende Zuneigung zu diesem Mann.

Sorgfältig zog Silvia ihre Lippen nach. Das Leben war noch lange nicht vorbei. Es würde noch so manche Überraschung für sie bereithalten. Und sie war bereit, sich darauf einzulassen.


***
Das Foto entstand am 10. Juni 2010 auf der Sulzbachtalaue in Dudweiler am Ufer des Sulzbachs.
***

05
Jun
10

Libellenführer

Plattbauch - Libellula depressa

Plattbauch - Libellula depressa


Libellen – Odonata – Libellenarten – Libellenführer – Libellenbuch – Bellmann – Heiko Bellmann – Bestimmungsbuch – Bestimmungsbücher – Libellen bestimmen – Buchbesprechung – Rezension – Buchtipp – Naturführer – Natur – Insekten


Bestimmungsbuch – Libellen
Buchtipp – Buchbesprechung


Heiko Bellmann
Der Kosmos Libellenführer
Die Arten Mitteleuropas sicher bestimmen

Kosmos Naturführer
Stuttgart: Franckh-Kosmos Verlag, 2007
ISBN 978-3-440-10616-7


Libellen gehören zu den größten und schönsten Insekten. Wenn man – wie ich – gerne Libellen fotografiert, dann möchte man auch wissen, um welche Art es sich jeweils handelt. Da es in Mitteleuropa nur 85 Libellenarten gibt, erscheint dies kein unmögliches Unterfangen. Allerdings sind die Unterschiede zwischen manchen Arten so gering, dass man nicht ohne einen Libellenführer auskommt. Hier kann Heiko Bellmanns Libellenführer wertvolle Dienste leisten.

Das handliche Buch bietet auf 279 Seiten – allesamt im Farbdruck – umfassende Informationen.

Der erste Teil des Buches bietet zunächst allgemeine Informationen über Libellen: Körperbau der ausgewachsenen Libellen, Körperbau der Larven, Paarungsverhalten, Verhalten bei der Eiablage, Revierbildung und Lebensdauer, Entwicklung der Larve, Schlüpfen der Imago, Lebensräume, ausgewählte Libellenbiotope, Gefährdung und Schutz, Fang, Haltung und Sammeln, sowie Hinweise zum Fotografieren.
Dann folgen ein detaillierter Bestimmungsschlüssel der Imagines und ein ebenso detaillierter Bestimmungsschlüssel der Larven. Anhand dieser Bestimmungsschlüssel lassen sich im Prinzip Libellen und Larven eindeutig bestimmen. Allerdings nur dann, wenn man die Exemplare unmittelbar vor sich hat und die verschiedensten Details prüfen kann. Hat man nur ein Foto vorliegen, so stößt man rasch an die Grenze, da viele Details in der betreffenden Ansicht gar nicht zu sehen sind.

Im zweiten Teil werden die einzelnen Libellen-Arten vorgestellt. Als Erstes gibt es eine sehr nützliche tabellarische Übersicht über die Arten und ihre Verbreitung in Deutschland, Österreich, Schweiz, Frankreich, Belgien und Niederlande. Die Tabelle macht die Gliederung der Libellen in die beiden Unterordnungen Kleinlibellen (Zygoptera) und Großlibellen (Anisoptera) und ihre jeweilige Untergliederung in Familien und Arten deutlich. Zur Unterordnung der Kleinlibellen gehören die Familien: Prachtlibellen, Teichjungfern, Federlibellen und Schlanklibellen. Zur Unterordnung der Großlibellen gehören die Familien: Edellibellen, Flussjungfern, Quelljungfern, Falkenlibellen und Segellibellen.
Im Folgenden werden die einzelnen Libellen-Arten jeweils auf einer Doppelseite dargestellt. Die linke Seite enthält Informationen über die betreffende Art, auf der rechten Seite wird die Art in der Regel durch zwei Fotos abgebildet (Männchen und Weibchen, die sich oftmals deutlich voneinander unterscheiden).

Das Buch endet mit einem Abkürzungsverzeichnis, einem Literaturverzeichnis und einem Register der lateinischen und der deutschen Namen.

Die allgemeinen Informationen am Anfang des Buches sind leicht verständlich, sie könnten aber umfangreicher sein. Den größten Nutzen werden die meisten Leser wohl in den Beschreibungen und Abbildungen der einzelnen Libellen-Arten finden. Wer das Buch nutzt, um seine eigenen Fotos zuzuordnen, wird in der Regel Erfolg haben. Allerdings gibt es auch einige Arten, bei denen die Unterschiede minimal und auf den Beispielfotos nicht deutlich genug zu erkennen sind. Selbst wenn in solchen Fällen keine eindeutige Identifikation gelingt, ist es doch nützlich zu wissen, welche Arten in Frage kommen. Eventuell gelingt die Identifikation über andere Quellen, zum Beispiel Wikipedia oder einschlägige Internetseiten.

Insgesamt ist das Buch für den Nichtfachmann eine wertvolle Hilfe. Es bietet einen guten Überblick über die Libellen-Familien und Libellen-Arten, die bei uns vorkommen, es bietet einen Genuss für das Auge (wenngleich das ein oder andere Foto durch ein besseres ersetzt werden sollte) und es weckt sicherlich bei dem ein oder anderen Lust, sich intensiver mit diesen faszinierenden Insekten zu beschäftigen.

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Die Aufnahme zeigt einen Plattbauch (Libellula depressa; hier: Männchen). Sie entstand am 02. Juni 2010 am Teich im Wiesenfeld in Dudweiler.
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02
Jun
10

Libellen-Blog

Große Pechlibelle – Ischnura elegans

Große Pechlibelle – Ischnura elegans


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Libellen – Ein Blog für eine faszinierende Tierart
Odonata

Libellen sind faszinierende Tiere … Ich finde sie so faszinierend, dass ich ihnen einen eigenen Blog widme. Der Blog soll in erster Linie das Auge erfreuen. Darüber hinaus soll er auch Informationen liefern und Unterhaltendes bieten.

Meine allerersten Libellenfotos habe ich am 19. Mai 2009 gemacht. Neben der katholischen Kirche St. Marien in Dudweiler steht das Pfarrhaus und davor befindet sich ein winzig kleiner Teich. Dort entdeckte ich am 19. Mai 2009 zahlreiche Paare bei der Eiablage. Wie ich mittlerweile weiß, handelte es sich um Hufeisen-Azurjungfern (Coenagrion puella) und wie es für diese Art typisch ist, hatten hielten die Männchen die Weibchen auch während der Eiablage hinter dem Kopf am sogenannten Pronotum fest (Näheres dazu in einem eigenen Blogbeitrag).

Die ersten Fotos waren grottenschlecht, zum einen weil die Distanz viel zu groß war und zum anderen weil die Eiablage an einem Wurzelgeflecht erfolgte, das einen sehr schmuddeligen Eindruck machte. In der Zwischenzeit sind einige Hundert Libellenfotos hinzugekommen und die Qualität hat sich – wie dieser Blog zeigt – deutlich gesteigert.

Wenn man schöne Libellenfotos macht, möchte man auch Näheres über diese Tiere wissen. Zunächst habe ich mich mit zwei allgemeinen Tierführern begnügt, nämlich Wilfried Stichmann: Der große Kosmos-Naturführer. Tiere und Pflanzen sowie Heiko Bellmann: Der große Kosmos Tierführer. Da diese beiden Bücher für eine genauere Bestimmung nicht ausreichen, habe ich vor Kurzem Heiko Bellmann: Der Kosmos Libellenführer angeschafft. Meine äußerst bescheidenen Libellenkenntnisse verdanke ich im Wesentlichen diesen Büchern sowie einschlägigen Artikeln auf Wikipedia.

Da ich alles anderes als ein Libellenexperte bin, werden sich sicherlich gelegentlich Fehler einschleichen. Vielleicht schaut ja hin und wieder mal ein Libellenkenner hier rein – dann wäre ich für jeden Hinweis dankbar.

Zur Einordnung der Libellen in das zoologische Klassifikationssystem:
Systematik nach Wikipedia
Stamm Gliederfüßler (Arthropoda)
Unterstamm Tracheentiere (Tracheata)
Überklasse Sechsfüßler (Hexapoda)
Klasse Insekten (Insecta)
Unterklasse Fluginsekten (Pterygota)
Ordnung Libellen (Odonata)

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Das Foto entstand heute, 02. Juni 2010, am Rand des kleinen Teiches im Wiesenfeld in Dudweiler. Es zeigt Große Pechlibellen (Ischnura elegans) bei der Paarung. Ein Teil des Paarungsaktes spielte sich auf meiner linken Hand ab.
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09
Okt
09

Heidelibelle Paarung

Heidelibellen Paarungsherz


Libellen – Heidelibelle – Sympetrum – Paarung – Kopulation – Paarungsherz – Paarungsrad

Dieses Heidelibellen-Pärchen ist mir heute – 9. Oktober 2009 – im Stadtpark von Dudweiler begegnet. Zurzeit kann man dort an dem kleinen Teich die Heidelibellen in großer Zahl bei der Paarung beobachten. Aber zumeist sieht man sie nur im Flug (siehe hier) und dann sind sie sehr schwer zu fotografieren (zumindest mit meiner Kamera). Diese beiden haben sich an der Steinmauer einer Parkbank ihrem Fortpflanzungsgeschäft hingegeben.

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25
Sep
09

Heidelibelle – Sympetrum

Heidelibelle - Sympetrum

Heidelibelle – Sympetrum

Heidelibelle im Dudweiler Stadtpark am 24. September 2009.




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